Willy Astor:  „Albernheit verhindert den Ernst der Lage“  (23.04.2012)

Veröffentlicht am 23 Apr ,2012 | von Mathew

Willy Astor: „Albernheit verhindert den Ernst der Lage“ (23.04.2012)

Wie wird man einem Mann gerecht, der das Wortspiel schon bis zum Exzess perfektioniert hat? Ach ja, vielleicht: Der (C)Astor-Transport rollt auch nach München. Gestartet von seinem „Seehaus in the Freising Sun“ mit „seinem Hund Gerd“, als Proviant sein „Marmeladenbrot“, durch den „Park des Schreckens“ direkt über die „Donnersberger Brück`n“. Ja, er Willys wissen, im Zirkus Krone!

Pünktlich um 20.00 kommt Willy Astor auf die Bühne. Er hat sich wohl im Backstage etwas verirrt, aber findet dennoch auf die Bühne und von dort geht es direkt ins Publikum im ausverkauften Zirkus Krone. Dem wird schnell bewusst, verstecken ist nicht.  „Wenn`st so wegschaust, dass i di übersehn soll, na dann bleib i erst recht bei dir!“  „Wo kommst Du her? Was machst Du so? Mit wem bist Du hier?“ und alle im Publikum, die diese Fragen beantworteten, konnten sich sicher sein, es gibt nen Spruch dazu. „Jaja, du darfst auch in ganzen Sätzen antworten“ oder „Ihr schlafts aber scho mitanander?“

Dann aber doch, nach ca. 15 Minuten durch das Publikum findet Willy seinen Weg zurück auf die Bühne und zu seinen Instrumenten.  Zur Begrüßung hält er einen Wellenkamm (Welcome) in die Luft und stellt uns seine Frida, die pensionierte Waldameise (Notenständer) vor. Klar startet Willy Astor mit seinen Wortspielen in die Show und kann natürlich auch aktuelle Themen nicht außer Acht lassen, nach dem Motte „Mäuse-Kot im Roggenbrot“, oder seinem persönlichen „Islam-Handy mit beschnittener Antenne“  Oft werden seine Witze mit Szenenapplaus prämiert und das Publikum kann sich vor Lachen nicht halten.

Mit seinem aktuellen Programm: „nachlachende Frohstoffe“  führt er durch den Abend.  Dann geht’s musikalisch durch die Republik, da er auf seinen Reisen natürlich so einiges aufgeschnappt hat und Dialekte lernen konnte. So singt er uns ins Rheinland, nach Franken und natürlich auch nach Sachsen. Immer geschmückt mit diversen Requisiten.  Auch das Publikum darf sich nicht nur zurücklehnen und zuhören, nein, er bestimmt, das Publikum singt mit. Fast das ganze Publikum ist dabei.  Abwechselnd präsentiert Willy Astor Musik und die für ihn typischen Wortspiel-Geschichten.

Dann Pause.

Nach der Pause wird Willy Astor nachdenklich mit einer Hommage an die Kassette, weil a bissal a Nostalgiker is er ja scho.  Auch sein Hund Gerd wird dem Publikum mit Wortspielen vorgestellt und mit Kritik an der modernen Internet und Sozial-Community-Gesellschaft stellt er der Menge das #Pubatier Inda House“ vor.  Dann wieder Musik, die wahren Klassiker der Rockgeschichte die eigentlich im Original von Willy Astor sind. Auch darf das Publikum wieder ran. „Grilling me softly beim Ping Pong“ wird gemeinsam zum Besten gegeben. Willy Astor und seine Gitarre sind schon eine geile Kombination.  Als Abzählreim hat Willy Astor seinen eigenen geschrieben: „Bake Bake Terien“, denn die alten sind ja langweilig. Danach klärt Willy Astor auf, warum es denn so wenig „Hummelhonig“ gibt.

Immer wieder kommt es zu Absprachen und Zurufen von Willy Astor und Guido, seinem Mann für Sound, Licht und Bühne, was zu witzigen Szenen führt. Weil er in München ist, muss er einen alten Klassiker wieder rausholen: „Donnersberger Brückn“ is ja praktisch um die Ecke.  Otto Stanilol, ein Freund Astors und Mitglied der Spider Murphy Gang kommt auf die Bühne, um Willy Astor mit der Oboe zu begleiten. „Der Otto, ja, schön dass er da is, bis heute um 18h wusste er noch gar nichts von seinem Glück“ à Gelächter im Publikum.  Es wird ruhig in der Manege und beide performen die „Donnersberger Brückn“

Eigentlich ein krönender Abschluss, aber nein, das war`s noch nicht. Willy Astor beschließt den Abend mit einem letzten Wortspiel: „Aldi Lidl sind Toppits“

Und dann Schluss.

Aber kein Auftritt endet ohne Zugabe, so auch hier. Doch diese Zugabe war grandios. Kurz vor seinem Auftritt bekam er Besuch in seiner Kabine, von Günther Sigl, der Sänger der Spider Murphy Gang und Freund seit 1998.  „Ja und wenn er schon da ist, dann muaß er a auf die Bühne!“ Das Publikum applaudiert und Günther Sigl kommt.  Beide zusammen an den Gitarren. Und was könnten sie anderes zum Besten geben als: „Schickeria“

Auch Otto kommt noch mal auf die Bühne und sie legen eine 10-Minütige Session hin, vom Feinsten.  Zum Schluss bedankt sich Willy Astor noch bei seinen Fans für den Kartenkauf, denn „Ich lebe davon“, seiner Frau und seinen Helfern. Es kommt Fly, seine Hündin auf die Bühne.  Angespornt von der Dankesrede an Astors Frau gesteht Günther Sigl in Anlehnung an Willy Astor seiner Frau noch: „Du bist Okay“  Willy Astor live im Zirkus Krone. Ein Abend mit viel Witz. Wenngleich das ein oder andere Wortspiel etwas zu viel ist, so brilliert er gerade an der Gitarre und seine Musik lockert den Abend wundervoll auf.

Nach drei Stunden voller Unterhaltung und Witz ist ein lustiger, interessanter Abend im Zirkus Krone zu Ende gegangen. Das Publikum war begeistert, vor allem von diesem fulminanten Schluss, der gerade durch seine Spontaneität sehr viel Witz und Charme gebracht hat.

Danke Willy Astor!

Willy Astor
Fotos: Stephan Boehme


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