Ivy Quainoo – Do you like what you see?

Veröffentlicht am 20 Jan ,2014 | von Inge Chwolik

Ivy Quainoo – Do you like what you see?

16. Januar 2014 – München, Ampere

Ivy Quainoo kommt während ihrer zweiten Tour ins Ampere – und es geschieht, was viel zu selten zu sehen ist: Die Leute stehen Schlange! Die Location ist (ohne Balkons, die blieben heute zu) gerappelt voll und um Punkt acht beginnt das Konzert.

„Vorband“ Valentina betritt, unterstützt von 3 Musikern, schüchtern die Bühne. Das Mädel ist wirklich süß – ihr Bambi-Pulli, die lässigen Wildlederstiefel und der neckisch-schiefe Pferdeschwanz unterstützen ihren Typ noch. Doch sie braucht sich hinter ihrer Stimme wahrhaftig nicht verstecken – die kleine Frau hat eine große Stimme. Diese ist zwar teils noch nicht ganz ausgereift und es klingt bei manch einer Liedpassage etwas gepresst, doch die Sängerin vermag es, ihre Zuhörer mit Ihrer Stimme zu packen, zu verzaubern und in romantische Welten zu entführen. Valentina ist eine würdige Vorband für Ivy Quainoo!

Zehn vor neun wird das Licht gedimmt, die Spannung steigt, und dann erklingt wie aus einer anderen Sphäre ein Piano. Ivy Quainoo betritt – bewaffnet mit einer Thermoskanne voll Tee und Asthmaspray – die Bühne und zieht das Publikum direkt in ihren Bann. Sie ist etwas heiser („Meine Schwester meint, es liegt daran, dass ich das Publikum immer so anschreie…“), doch es macht nichts – die paar Passagen, die dadurch nicht ganz sauber klingen, fallen im Reigen klarer Tönen kaum auf. Das Akustik-Konzert erfüllt die Erwartungen, die bei einer The Voice-Gewinnerin zu recht hoch sein dürfen. So erzählt mir eine Frau um die 40 begeistert (und ungefragt!), Ivy Quainoo sei bildschön und eine wahnsinnig tolle Sängerin. Es stimmt!

Fünf Musiker unterstützen mit zum Teil afrikanisch anmutendem Sound den Gesang von Ivy Quainoo und man merkt, dass die Band zusammen gewachsen ist und Spaß am musizieren hat – immer wieder grinsen sich die fünf anerkennend an.

Ivy Quainoo selbst ist gut gelaunt und bringt ihre positive Stimmung auch rüber – Glitzerboots und wilde Muster-Fetzenweste inklusive. Sie präsentiert heute ihr zweites Album „Wildfires“ mit gleichnamigem Titelsong. Nachdem ihr erstes Album „Ivy“ weit über Gold verkaufte und ihre Debüt-Single „Do You Like What You See“ mühelos Goldstatus erreichte, wundert es nicht, das die neuen Songs ankommen und das Ampere so voll ist. Und das mit einem so gemischten Publikum, bei dem zwischen 25 und 50+ jede Altersklasse zahlreich vertreten ist!

Ivy hält während der Show immer den Kontakt zum Publikum: Sie erzählt, wie viel Spaß ihr der Videodreh zu „Atomic“ gemacht hat, schafft es, dass sich das so unterschiedlich alte Publikum gesammelt hinhockt, um dann bei erklingen von Ragga-Tönen aufzuspringen und ausgelassen zu tanzen, es wird im Wechsel gesungen und es kommt einfach rüber, dass hier eine echte Musikerin auf der Bühne steht. Mach schnell, mal soulig, mal traurig, mal groovig – Ivy Quainoo hat sich emanzipiert und ist mehr als eine bloße Castingshow-Eintagsfliege. Endlich ein Gewinner, der es schafft, länger interessant zu bleiben!

Um viertel nach zehn ist es leider vorbei und die Musiker und Ivy Quainoo verbeugen sich glücklich vor dem klatschenden Publikum. Die Atmosphäre im Ampere ist an diesem Abend sehr persönlich und es ist schade, dass der Abend vorbei ist…

 

Setlist Valentina
–          „Wind“
–          „Home“
–          „Invisible Blood“
–          „My Arms“
–          „Dreamer“
–          „Giant“

Setlist Ivy Quainoo
–          „300 Years“
–          „After All This Time“
–          „Glasshouses“
–          „Paint Your Love“
–          „Cursed“
–          „Atomic“
–          „Supernatural”
–          „Burial”
–          „Empty”
–          „Hey Ceasar”
–          „Walk man”
–          „Dancing Dynamite”
–          „Do You Like What You See”
–          „Wildfires”

Zugabe Ivy Quainoo
–          „Shake It Out”
–          „You Don’t Know Me Now”
–          „You Got Me”


Ivy Quainoo

Fotos: Patrick Schmidt

Valentina
Fotos: Patrick Schmidt


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