Gregor Meyle: Als Instrumentalist hätte ich überhaupt keine Chance!

Veröffentlicht am 20 Okt ,2014 | von Stephie Rupprecht

Gregor Meyle: Als Instrumentalist hätte ich überhaupt keine Chance!

12. Oktober 2014 – München, Philharmonie

Stephie (Chocolate Music ):
Herzlich Willkommen im schönen München!

Gregor Meyle:
Dankeschön, Dankeschön!

Stephie:
Es ist gerade Halbzeit bei Deiner Tour mit Roger Cicero…

Gregor:
Waaa, ist schon wieder Halbzeit?!?

Stephie:
Ja, die Zeit fliegt.
Was ist bis jetzt außergewöhnliches, unvergessliches auf Tour geschehen?

Gregor:
Eigentlich ist jeder Abend wunderschön. Wir werden geheckt und gepflegt. Wir müssen schon aufpassen, dass wir bei unserer Tour nicht gewisse Standards haben wollen.

Wir haben einen tollen Koch dabei. Heute hat er vegane Pralinen gemacht. Das ist wirklich unfassbar, was Matthias hier alles kocht. Er war auch mal mit Bruce Springsteen auf Tour und hat für ihn gekocht. Es ist natürlich ganz toll, wenn du einen eigenen Koch dabei hast.

Dann ist es so, dass wir unsere Technik im LKW mittransportieren können. Wir müssen also nur, wenn wir hier sind, aufbauen. Müssen nichts ausladen und das ist für uns wahnsinnig angenehm.
Das ist schon alles sehr, sehr cool.

Jeder Abend ist einfach sehr, sehr schön. Sehr kurz, nur eine halbe Stunde. Natürlich würden wir auch gerne länger spielen. Aber wir sind eben die Supportband.
Das ist für die Leute ein wunderbarer Abend, denke ich, weil es die Mischung einfach macht. Wir sind ohne Big Band im kleinen Rahmen da. Es ist eine schöne Sache und man kommt langsam in den Abend rein. Für die Leute ist das ein ganz toller Mehrwert.

Stephie:
Was muss für Dich in der zweiten Hälfte noch passieren?

Gregor:
Nichts! Ich bin total Happy. Es läuft super. Wir haben einen Heidenspaß.
Roger hat uns gerne dabei. Die Band mag uns. Es ist alles perfekt. Wirklich.
Für uns ist das ein totaler Genuss. Und auch ein bisschen wie Urlaub.
Gestern haben wir schön gefeiert im Hotel in Frankfurt. Ein Song und ein Album sind wieder eingestiegen in die iTunes-Charts.
Wir sind auf 1 in den iTunes-Charts!

Stephie:
Gut so!

Gregor:
Muss man auch mal machen. So oft kommt das ja auch nicht vor.

Stephie:
Eigentlich dreht sich Dein ganzes Leben schon um und mit der Musik.
Wann war für Dich der Moment, an dem Du beschlossen hast, wirklich Musiker werden und nichts anderes?

Gregor:
Ich muss ehrlich dazu sagen, ich habe schon immer wahnsinnig gerne Musik gemacht. Das war immer mein Ding, aber ich bin eine ganz schön faule Sau!
Als Musiker musst Du ja echt viel lernen, viel Theorie. Aber ich kann keine Noten lesen, gar nicht.
Das kommt verheerend dazu. Als Instrumentalist hätte ich überhaupt keine Chance!
So hat es sich ergeben, dass ich 12, 13 Jahre lang als Tontechniker unterwegs war.
Was ich eigentlich auch nicht gelernt habe. Ich bin von der Pike auf, auf Tour gewesen seit ich 17 Jahre bin. Den Geruch von Hallen. Früher Verfolger gefahren.
Das habe ich alles so gelernt. LKW laden und so. Da weiß ich auch noch wie es geht. Das wird man so schnell nicht vergessen.
Dieses Jahr war ich zum Beispiel zu Gast bei Andreas Gabalier in Wien. Auf einem riesigen Open Air Gelände. Die Bühne habe ich vor 14 Jahren selbst mitaufgebaut.
Oder bei Xavier Naidoo in Dortmund, wo ich zu Gast war. Im Westfallenpark. Die Bühne habe ich 6 Jahre lang aufgebaut.
Das ist ganz cool und lässt einen entspannt auf dem Boden halten.

Musik ist Glück für mich.
Es gibt Momente, wenn du zum Beispiel krank bist, wenn du sagst, du möchtest jetzt lieber im Bett liegen und dich ausruhen. Da stehe ich nicht gerne auf der Bühne. Aber ansonsten eigentlich immer.
Oder…es gibt diese krasse Geschichte, wo Sting am 11. September in seinem Haus in der Toskana auf der Bühne steht. Wo du nicht weißt, ob jetzt der 3.Weltkrieg anfängt oder sonst irgendwas.
Dann auf der Bühne stehen, Musik machen, Songs spielen, das ist krass. Aber es ist auch immer ein Ausgleich. Mir macht Musik einfach Spaß. Es kommt etwas zurück in dem Moment, wo man es macht.

Stephie:
Hätte es einen Plan B gegeben?

Gregor:
Ja, den Tontechniker hätte ich dann wohl weitergemacht.
Ich war eigentlich 2006 nach der WM drauf und dran nach Südafrika auszuwandern.
Ich hatte da einen Job in Johannesburg und hätte in Kapstadt mit drei anderen Leuten eine Filiale aufgemacht von einer Technikfirma in Südafrika. Hätte dann quasi auf die WM 2010 hingearbeitet. Die Jungs da vorbereitet.
Das war der eigentliche Plan. Dafür war auch schon alles gebongt und dann kam eine lustige Castingshowgeschichte dazwischen.
Mein Bruder arbeitet ja bei TV Total. Er hat damals gesagt, ich muss mitmachen. Es geht um eigene Songs. Hat mich schon bißerl überreden müssen. Ich habe mich dann Monate lang eingeschlossen. Mein Bruder hat ab und zu einen Pizzakarton durch die Türe geschoben und ich habe Songs für die Sendung geschrieben. Quasi für jede Sendung eine Song. Ein, zwei gab es vorher, aber den Rest habe ich da erst geschrieben. Seitdem mache ich eigentlich Musik. Da hat es angefangen, dass ich professionell Musik mache. Ich wollte dann so schnell nicht mehr aufhören.
Ein, zwei Mal stand ich schon da und haben gesagt, es macht jetzt keinen Sinn mehr. Man muss ja irgendwie seine Miete zahlen. Also ein, zwei Mal würde ich jetzt sagen. Jetzt sieht es aber ganz gut aus.

Stephie:
Du hast die Castingshow schon angesprochen. Drei Worte zu Stefan Raab…

Gregor:
Stefan ist jemand der nie aufgibt. Kommt aus ganz normalen Verhältnissen, ist Metzgers-Sohn und hat auch selbst Metzger gelernt. Ein sehr bodenständiger Mensch.
Er ist ein bisschen unnahbar, weil viele Leute etwas von ihm wollen. Aber ich muss dazu sagen, dass er dir Dein Talent gönnt.
Wir standen uns da sehr ebenbürtig gegenüber. Du hast natürlich selbst einen riesigen Respekt vor ihm und das geht auch so schnell nicht weg. Aber er gönnt dir dein Erfolg und dein Talent. Das hat er über die Jahre gelernt. Ja, er ist einfach ein Mensch, der Erfolg haben möchte mit dem was er tut. Was jetzt nicht verwerflich ist. Und das, glaube ich, auch ganz gut hinkriegt.

Stephie:
Drei Worte zu Stefanie Heinzmann…

Gregor:
Stefanie Heinzmann ist…wir hatten eine sehr, sehr tolle Zeit erlebt. Sie war damals 18 Jahre, also das Nesthäkchen. Das ist natürlich Wahnsinn und dann auch noch aus einem kleinen Dorf in Wallis, aus Eyholz. Ich habe sie gesehen, wie sie aus einem Mädchen zur Frau geworden ist. Mit 18 Jahren beim Casting und ein Jahr später mit Lionel Richie über den roten Teppich beim Echo. Dort einfach mal den Lionel in Grund und Boden gesungen.
Stefanie ist ein wahnsinnig tolle Musikerin, Künstlerin und Sängerin. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie ihren Weg da auch genauso wie wir alles durchzieht. Wird auch das fünfte Album, glaube ich, bald kommen. Das heißt ja auch einiges, wenn du fünf Alben hast, die jetzt auch nicht unerfolgreich sind. In der Schweiz werden sicherlich schon Strassen nach ihr benannt.
Eine sehr, sehr herzliche Person. Habe ja auch ihre Eltern, Bruder & Familie sehr gut kennengelernt. Jetzt haben wir uns schon ewig nicht mehr gesehen…

Stephie:
Kontakt habe ihr aber noch?

Gregor:
Alle halbe Jahre telefonieren wir. Wir sind ja beide sehr viel in der Weltgeschichte unterwegs, aber es würde uns bestimmt mal gut tun, ein Revival zu machen. Es ist aber toll, wie die Jahre so ins Land gehen, man ackert und auch späsken hat, und was dann so alles passiert in der Zeit.

Stephie:
Castingshows…

Gregor:
Castingshows ja, ich sag jetzt mal so, ich selber habe bei einer Castingshow mitgemacht und im Prinzip ist das nichts Schlimmes. Es kommt halt auf das Format drauf an. Es gibt Castingshows, wo ein Künstler keine Chance hat, sein Talent zu zeigen. Was ich ein bisschen schade finde. Man müsste eigentlich eine Sendung machen, wo ganze Bands gefördert werden und nicht nur Einzelpersonen. Wenn jetzt einer daher kommt und einen Song singt, das ist ganz cool, aber…es passiert ja mittlerweile auch, dass Songs von mir in Castingshows gespielt werden. Das ist wirklich krass!
Aber ich finde es halt toll, wenn es Formate gibt, mehr Formate gäbe, wo die Leute, die kreativ sind, entdeckt werden. Die selber Songs schreiben, die als Band auftauchen. Da glaube ich, arbeiten sie auch gerade dran.
Wir haben jetzt zwei Formate gesehen dieses Jahr, die zum Glück nicht funktioniert haben. Wo es nur um den Wettbewerb ging. Ich selber sehe Musik gar nicht als Wettbewerb.
Ich möchte mich jetzt aber nicht so dagegen stellen, weil ich selber bei einer Castingshow mitgemacht habe.
Es ist ein Unterhaltungsformat und jeder der erwachsen ist, sollte sich darüber bewusst sein, wenn er da mitmacht, dass es ein Unterhaltungsding ist. Das heißt nicht, dass wenn man dabei ist, das man jetzt auch durch die Decke geht. Bei mir war es auch so. Von einem großen Turm ins Wasser gesprungen worden, aber schwimmen musste ich selber.
Wenn man sich dessen bewusst ist, das durchziehen möchte und den Weg einschlägt, sich sagt, ich werde jetzt hauptberuflich Musiker, dann darfst du dir für nichts zu schade sein und es durchziehen.

Stephie:
Roger Cicero…

Gregor:
Roger Cicero ist einer der besten Musiker die wir in Deutschland haben. Er ist ein ganz, ganz toller Sänger, der eine unfassbare Technik hat und Erfahrung.
Es klingt immer wie CD, wenn er singt. Peng-Peng-Peng kommt der Ton raus, das ist wie von einer CD.
Er ist ein absoluter Perfektionist, was auch gut so ist. Gerade in der Branche, bist du total konzentriert. Er fährt immer einen Tag vorher ins nächste Hotel um ausgeruht zu sein.
Ernährt sich gut. Er ist wirklich ganz, ganz professionell.
Es ist auch so, wenn da 25 Leute dahinter stehen und du als Protagonist wirst krank, dann haben die anderen alle keinen Job. Das ist eine riesige Verantwortung. Es sind 2 LKWs unterwegs, fahren durch ganz Deutschland. Eine riesige Verantwortung. Das finde ich sehr, sehr beispielhaft und toll.
Er ist ein ganz, ganz toller Freund und liebevoller Mensch. Ein wahnsinns Musiker und hat auch eine tolle Show. Es gibt ja nicht so viele Big Bands und schon gar nicht in der Liga. Ein Act der so auftritt, mit solchen Musikern, gibt es selten in Deutschland. Ein bisschen Las Vegas ist das schon.

Stephie:
Sarah Connor…

Gregor:
Sarah Connor ist die Pop-Queen! Jemand wie ich finde, der es geschafft hat, Musik, Karriere und Familie zusammen zu bringen. Sie ist ein totaler Familienmensch. Drei Kinder! Sie liebt ihre Familie, hat zuhause überall Zettel hängen, wer was zu tun hat. Da hängt ein Din-A-4-Zettel in der Küche, wo alles organisiert ist. Sie ist unfassbar toll, kocht und backt und macht und tut. Nebenher ist sie ein Weltstar. Das ist bemerkenswert und toll, dass das funktioniert.
Natürlich musst du an der einen oder anderen Stelle Kompromisse machen. Ich wünsche mir sehr, dass sie an ihrer eigenen Platte weiter arbeitet. Das macht sie auch gerade. Ihre eigene Sprache findet. Mehr auf sich selbst hört. Da ist sie gerade dran und das ist das, was sie sich am meisten wünscht.
Ich hoffe, nein ich bin mir sicher, dass wir noch ein paar Sachen zusammen basteln werden. Ein ganz, ganz toller Mensch! Absolut Null Diva! Null! Gar nix!
Geht mir immer auf den Sack, wenn in der Presse, von wegen jetzt hat sie ein Verhältnis mit dem – denen fällt einfach nichts ein. Mir würde das tierisch auf den Sack gehen. Ich bin froh, dass ich noch nicht so in der Bild-Zeitungs-Landschaft auftauche. Das finde ich ganz angenehm.

Stephie:
Sarah Connor hat es mit Deinem Song geschafft, die höchste Chartplatzierung eines Gregor Meyle’s Song zu erreichen.
Überwiegt der Ärger es nicht selbst gepackt zu haben oder der Stolz, weil es Dein Song ist?

Gregor:
Es gibt immer eine schöne Geschichte – Es gibt einen Song „Music was my first Love…“ – von wem ist der?

Stephie:
John Miles!

Gregor:
Ja, sehr gut! Das wissen viele Moderatoren nicht. Haben keine Ahnung, obwohl sie den Song schon 50.000mal im Radio gespielt haben. Das Wichtigste ist, das ein Song überlebt und ein Song eine Message hat.
Ich hab den in einer halben Stunde geschrieben oder Dreiviertelstunde. Weil es wirklich aus den Affekt raus war. Mit zugepackten Möbeln zuhause in der Wohnung. Ich war einfach einsam. Paar Wochen davor, alleine im Kino in Avatar. Das war einer der einsamsten Momente meines Lebens. Sarah hat ihre ganz eigene Geschichte mit dem Song und das hat man auch gemerkt. Deswegen ist der auch so erfolgreich. Das ist so schön mitanzusehen, es ist mein Song, meine Geschichte aber mir war klar, sobald er veröffentlicht wird, ist es nicht mehr meine Geschichte alleine. Ganz am Anfang meiner Karriere wollte ich noch jedem erklären, wie ich es genau gemeint habe.
Aber jeder hat sein eigenes Päckchen und versteht einen Song, so wie er den Song verstehen möchte. Das ist gut so und angenehm so.
Frank Sinatra hat ganz wenige Songs geschrieben. „My Way“ hat Paul Anka für Frank Sinatra geschrieben und Paul Anka sagt, ich hätte das nie so singen können, weil ich das überhaupt nicht erlebt habe, was Franky erlebt hat. Ich glaube für Songs ist es das Schönste, wenn sie verschiedene Reisen antreten.
Bisschen so wie wenn das Boot durch die Gegend fährt und an einem anderen Hafen kommt. Gestrichen wird und jemand anders fährt damit los. Es ist aber das selbe Boot, nur in einer anderen Farbe.

Stephie:
Das Konzept „Tauschkonzert“ war bzw. ist enorm erfolgreich. Eure gemeinsame Platte hat soeben den Platin-Status erzielt.
Hast Du mit diesem Erfolg gerechnet?

Gregor:
Ja!
Mich hat letztes Jahr Tim Mälzer angerufen und gefragt, ob er meine Nummer Xavier weitergeben darf – was ziemlich strange war. Es war schon ein lustiger Tag. Ich hab mittags Freunde besucht, war entspannt mit unserem Schlagzeuger in der Schweiz. War ein ganz schöner Tag, haben am Bodensee gelegen und angefangen ein Bierchen zu trinken. Ich habe gesagt, nächstes Jahr geht es ab! Ich habe das wirklich gefeiert. Hatte eine riesige Telefonrechnung, weil ich tausend Leute angerufen habe. Oh, 2014. Ich wusste, dass das knallen wird. Es stand zwar noch nicht die Besetzung fest, aber ich wusste einfach, dass das ein tolles Format werden wird.
Die Songs tauschen, das heißt ja auch, dass Du in deiner eigenen Version, in deiner eigenen Interpretation, spielen kannst. Wir hatten ja komplett alle Freiheiten. Haben die Songs auseinander genommen und unser Ding draus gemacht. Das war das Schöne.
Wir waren alle nervös und begeistert während der Sendung.
In dem Moment, wo es passiert, genießt du es.
Wenn ich an Südafrika denke, Roger geht es genauso, dann denke wir an wunderschönes Licht, Dämmerung, eine unfassbare Landschaft, dass einen das Herz aufgeht. Das ist einer der schönsten Orte der Welt. Das war wirklich für uns alle sehr beeindruckend. Das hat uns sehr zusammengeschweißt und wir würden es sofort wieder machen – Alle! Aber dann für ein paar Wochen !

Stephie:
Dein aktuelles Album hat es auf Platz 5 der Charts geschafft. Es ist das Album mit der höchsten Chartplatzierung…

Gregor:
Bis jetzt. Aber wir haben jetzt schon wieder ein Album in den Top 10. Da ist der Song „Keine ist wie Du“ drauf, der bei iTunes auf 1 ist und bei Amazon. Und je nachdem was wir hinkriegen, weil wir ein bisschen überrannt worden sind, mit der Nachfrage. Müssen wir mal gucken, vielleicht steigt das auch noch in die Top 10 ein. Dann haben wir halt drei oder vier Top 10 Alben. Das ist dann auch ok. Tut ja jetzt nicht weh.

Bei jedem Album steckt ganz viel Liebe dahinter und es ist toll, wenn – selbst wenn es ein paar Jahre später ist – man ein Lob dafür bekommt.
Also Charts ist ein Indikator für gewisse Verkaufszahlen. Für mich aber nicht unbedingt ausschlaggebend.
Wenn mir jetzt jemand doof kommt und meint ich solle mal einen Hit schreiben. Naja gut, ich habe noch keinen Hit geschrieben, aber dafür drei, vier Top-10-Platten. Ist jetzt auch ok, weil es ja immer noch Platten-Firma und nicht Single-Firma heißt. Und an der Platte ist auch Geld verdient.
Wir haben eine eigene Plattenfirma mit Gewinnbeteiligung. Das ist für alle toll. Wir fiebern immer mit. Ist für unseren kleinen Rahmen, ich glaube es gibt kaum eine Indie-Firma, die so viel Erfolg hatte dieses Jahr. Cro natürlich. Der hat ja auch ein eigenes Laben.
Stephie:
Wenn Du das jetzige Album mit den Vorgängern vergleichst. Was ist anders, was hat sich weiterentwickelt?

Gregor:
Es ist alles anders. Es sind Konzeptalben. Das heißt ich bin großer Jazz-Fan, Gregor Porter-Fan auch. Das Album hat ein Jazz-Gewand. Jamie Cullen vielleicht auch als Beispiel. Das muss auch in Deutsch funktionieren. Da hat sich bis jetzt keiner so wirklich drangetraut in der Pop-Branche. Wir haben also Singer-Songwriter-Songs mit bißerl Jazz gemacht. Clueso macht das bisschen.
Da sind wir dran und ich bin ganz stolz, weil das so gut angenommen worden ist. Es hätte auch sein können, dass die Leute sagen, mei der hat ja vorher nur Gitarre und so gespielt. Jetzt auf einmal kommt Trompete und Saxophone oder Schlagzeugsolo, Trompetensolo…
Es ist aber super angenommen worden. Es hat noch eine ganz andere Farbe und mal gucken, was das nächste Ding ist. Wir haben noch so viel Musik, die man machen muss und schreiben muss, produzieren muss.

Stephie:
Hast Du einen Lieblingssong auf dem Album?

Gregor:
Ganz schwierig zu sagen. Jeden Tag einen anderen. Ich höre selber gerne die Alben. Lasse mir immer ein paar Monate Zeit und dann höre ich sie wieder.
Sie sind ganz toll gemischt. Wir haben ja auf dem neuen Album vier Grammy- und einen Oscar-Besitzer dabei, die mitgemischt haben. Da bin ich total stolz und es klingt einfach Wahnsinn. Gigantisch.
Wenn ich zuhause die Vinylplatte auflege, die klingt nochmal bißerl anders. Das ist schon toll. Bin schon sehr stolz drauf.

Stephie:
Kannst Du auch!!!

Gregor:
Es sind zwar nur 10 Songs, aber für mich ist es wichtig, das jeder Song eine Geschichte erzählt. Es ist eine Reise. New York – Stintino. Jeder sehnt sich mal nach der großen weiten Welt, jeder sehnt sich aber auch mal nach dem kleinen, intimen Ort, wo er sich selbst findet und wo er von der großen, weiten Welt träumen kann. Deswegen New York – Stintino. Das hörst Du auch – musikalisch.
Es gibt große, weite Welt und dann gibt es die ganz kleinen, intimen Songs, die bisschen mediterran werden.

Stephie:
Das Beste kommt noch – Was soll für Dich noch passieren?

Gregor:
Ach so viele Dinge. Das nächste Ding ist Privatleben. Hab ich mal gehört von, soll ganz schön sein.
Ich saß gestern im Zug von Berlin nach Frankfurt mit zwei Familien mit ganz jungen Babies. Ein Jahr und neun Monate – die sind da durch die Gegend gekrabbelt…Ich habe schon tierisch Bock eine Familie zu gründen. Jetzt habe ich so viel Gas gegeben die letzten 20 Jahre um verschiedene Dinge zu manifestieren. Jobs die es nicht im Jobcenter gibt. Das läuft sehr gut. Das nächste Ding ist aber Familie. Ausgleich finden, eine Balance finden und schöne Musik machen.

Ich würde auch mal gerne mit einem Orchester arbeiten. Eine schöne Orchesterplatte machen. Da träume ich von. Aber da gibt es noch so viel zu machen. Ich will auch noch ganz tolle Leute entdecken nächstes Jahr. Nächstes Jahr geht schon einiges los. Ein bis zwei Sachen über die ich noch nicht sprechen darf, aber es sieht ganz gut aus.

Stephie:
Nimm Dir Zeit – Für was hast Du zu wenig Zeit?

Gregor:
Für meine Familie!

Stephie:
Für was möchtest Du Dir noch mehr Zeit nehmen?

Gregor:
Für meine Familie!

Stephie:
Und was steht außerdem auf der Wunschliste?

Gregor:
Ich würde gerne Gitarre üben. Klavier würde ich auch gerne lernen. Also richtig. Ich möchte gerne Jazz-Klavier spielen können.
Ich weiß nicht, ob ich das in diesem Leben noch schaffe, aber ich kaufe mir jetzt ein Klavier für zuhause und dann wird geübt.

Stephie:
Wie kam es eigentlich zur Tour mit Roger Cicero?

Gregor:
Ich habe ihn angebaggert. Habe ihn gefragt. Während der Show musste ich natürlich alles ausnutzen. Habe alle gefragt. Andi, Xavier,…
Während der Sendung ist das dann so entstanden.
Mit Roger hat es einfach gepasst. Es ist ein tolles Publikum vor dem wir spielen. Überall dort wo wir gespielt haben, hinterlassen wir schöne, friedvolle Momente– die Leute gehen dann auch immer beseelter nach Hause und das ist echt schön. Ich glaube das bringt es voll. Für die Leute auf jeden Fall ein sehr schöner Abend. Die kriegen auf jeden Fall etwas geboten – musikalisch!

Stephie:
Morgen steht ein ganz besonderer Moment für Dich an – wird heute reingefeiert oder morgen raus?

Gregor:
???
Achso, stimmt ja. Habe ich ganz vergessen. Bis jetzt habe ich da noch gar nichts geplant. Wir spielen morgen in Nürnberg. Ich werde ja auch erst 26, äh 36. Wahnsinn wie schnell das vergeht. Aber so ist es.
Am Dienstag machen wir schönen Kaffeekränzchen zuhause. Wir haben Off-Tag und ich fahre nach Hause. Grillen was Schönes. Meine Freundin hat schon ein paar Sachen eingekauft. Ist ganz lieb, dass sie sich drum kümmert. Weil ich ja die ganze Zeit unterwegs bin. Also bißerl grillen mit sehr guten Freunden. Vielleicht kommt auch mein Bruder mit den Kindern nach Hause. Ein entspannter Tag.

Stephie:
Dein Geburtstagswunsch?

Gregor:
Ich bin eigentlich wunschlos glücklich. Ich weiß, dass das gerade die Zeit ist, in der viel los ist, aber Ende Januar ist es auch wieder bißerl entspannter.
Dieses Jahr ist so viel passiert, es ist unfassbar. Muss man alles erst mal verarbeiten.
Ich habe meine Schulden los, kann Musik machen, eine Band bezahlen.

Stephie:
Dann zum Schluss noch die Frage der Fragen – Was ist Deine Lieblingsschokolade?

Gregor:
Ich bin jetzt kein wirklicher Schokoladen-Esser. Das muss ich ganz ehrlich zugeben.
ABER es gab mal eine Zeit, wo wir in der Schweiz bißerl Urlaub gemacht haben und dann immer Espresso getrunken haben. Eine schöne Ovomaltine-Schokolade dazu. Wenn dann so in diesem Verhältnis: Espresso und Ovomaltine-Schokolade.
Kann man auch sehr geile Chololate-Cakes draus machen mit flüssigem Kern.
Das geht sehr gut!

 

Konzertbericht & Bildergalerie von Gregor Meyle sowie Roger Cicero

 

Gregor Meyle
Fotos: Stephie Rupprecht


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