Der weltbeste Gitarrist zu Gast  in München

Veröffentlicht am 03 Jul ,2013 | von Patrick Schmidt

Der weltbeste Gitarrist zu Gast in München

Heute ist ein besonderer Tag für alle Fans des instrumentalen Rock. Joe Satriani spielt das vorletzte Deutschland Konzert seiner Europa Tour 2013 in München. Er scheint eine treue Fangemeinde in Deutschland zu haben, denn in keinem europäischen Land spielt er mehr Gigs als hier.

Vor der Tonhalle tummelt sich kurz vor 19 Uhr schon eine kleine Traube an Menschen. Die Türen öffnen sich und gemächlich trotten die Fans in die halb-abgehangene Tonhalle. Viel Publikum wird heute, trotz des hochkarätigen Gastes, anscheinend nicht erwartet. Ein Altersdurchschnitt lässt sich schwer ausmachen – von den 20ern bis in die 70er ist alles vertreten.

An den Bühnenrändern hängen große Plakate, die den heutigen Support Act ankündigen. Ein dünner Kerl mit langem zotteligem Haar namens Oli Brown. Dieser darf dann auch pünktlich um 20 Uhr auf die Bühne. Nicht umsonst gewann er eine ganze Reihe von British Blues Awards, denn das was er und seine zwei Bandkollegen darbieten, kann sich durchaus sehen und hören lassen. Letztendlich ein netter Gitarren-Rock mit melodischen Soloeinlagen von Mr. Brown – Kategorie: Besserer Support Act.

Vier Titel und vierzig Minuten später ist die Aufwärmphase abgeschlossen und die Herren werden unter Applaus in den Feierabend geschickt.

Das Publikum, geschätzt ein paar Hundert Leute, steht bequem. Platzangst braucht heute keiner zu haben, lediglich vor der Bühne sollte man keine größeren Armschwünge wagen, man könnte seinem Nachbarn das Bier aus der Hand schlagen.

Um 21 Uhr ist es dann soweit – der Meister betritt die Bühne – Applaus!

Mit schwarzer Sonnebrille und seiner bekannten Mimik, verständigt er sich – auch ohne viel zu reden – mit dem Publikum. Er lässt lieber die Saiten sprechen und unterstützt den Klang in den höheren Passagen mit weit aufgerissenem Mund. Das jetzt eine andere Liga als während des Supports auf der Bühne spielt, bezweifelt im Saal keiner. Aber ist es die Faszination vor dem atemberaubendem Gitarrenspiel Joe Satrianis oder die typische Langweiligkeit des Münchner Publikums, welches sich fast wie versteinert kaum von der Stelle bewegt. Hoffen wir mal Ersteres. Vereinzelt sieht man den Einen oder Anderen zwischen den Handykameras auf und ab hüpfen. Den Meisten ist die Begeisterung, bis auf das rythmisches Kopfnicken und dem Applaus zwischen den Titeln nicht anzusehen. Jetzt könnte man in Joes Kopfbewegungen ein Schütteln mit demselbigen hinein interpretieren – eine Unverständlichkeit seinerseits? – doch soweit wollen wir nicht gehen, so ist das halt hier in Minga. Nach 100 Minuten Pflichtprogramm, gefüllt mit Titeln aus dem aktuellen Album „Unstoppable Momentum“ und vergangenen Erfolgen, gibt es trotzdem vom Gitarrengott das obligatorische „You were fantastic!“ und noch drei Titel als Zugabe obedrauf. Band und Publikum scheinen zufrieden zu sein.

Bleibt die Frage offen – Wann kommt er wieder? …Vielleicht irgendwann.
Sicher ist: Ibanez verkauft morgen wieder ein paar Gitarren mehr.

 

Setlist Oli Brown:
Love Is Taking It’s Toll
Manic Bloom
Mr. Wilson
You Can Only Blame Yourself

 

Setlist Joe Satriani:
Jumpin‘ In
Devil’s Slide
Flying in a Blue Dream
Unstoppable Momentum
The Weight of the World
Ice 9
The Crush of Love
I’ll Put a Stone on Your Cairn
A Door into Summer
Lies and Truths
Satch Boogie
Shine On American Dreamer
Three Sheets to the Wind
Cryin‘
Drum Solo
Cool #9
Jumpin‘ Out
Always with Me, Always with You
Surfing with the Alien
————–
Crowd Chant
Summer Song
Rubina

 

Joe Satriani
Fotos: Patrick Schmidt

Oli Brown
Fotos: Patrick Schmidt


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