BRING ME THE HORIZON: S P I R I T, Spirit – lets hear it!

Veröffentlicht am 03 Nov ,2015 | von Patricia Markert

BRING ME THE HORIZON: S P I R I T, Spirit – lets hear it!

02. November 2015 – München, Tonhalle

An einem kalten November-Montag pilgern hunderte junge Menschen in den Osten Münchens, denn BRING ME THE HORIZON sind in der Stadt. Berichten zufolge war das Hardcore-Fans sogar eine Übernachtung in der idyllischen Kultfabrik wert. So weit wollte ich nicht gehen und erschien pünktlich zu Beginn zum ersten Support BEARTOOTH. Die amerikanische Band existiert erst seit drei Jahren, kann aber schon auf beeindruckende Touren und Festivalauftritte zurück blicken. Anfangs noch zum Spaß gegründet, wurde aus dem Freizeitspaß schnell ernst. Der Plattenvertrag und 2014 das erste Album. Sänger Caleb Shomo spielte zuvor einige Jahre bei Attack Attack US. Die Live-Erfahrung merkt man ihm an. Trotz dessen, dass er nicht gerne unter Menschen ist, weiß er die Menge zu motivieren. Anfangs ist das Publikum noch recht verhalten aber von Song zu Song steigert sich die Begeisterung. Vor allem „In Between“ und „Body Bag“ werden gefeiert.

Nach einer kurzen Umbaupause stehen PVRIS (ausgesprochen: Paris) auf der Bühne. Der erste Gedanke bei allen: endlich mal wieder eine Frau auf der Bühne. Die Branche ist so stark männer-dominiert, dass jedes weibliche Wesen eine Wohltat ist. Trotz Keyboard-Klängen passen sie gar nicht in das Line-Up des heutigen abends. Sängerin Lyndsey wirkt sehr sympathisch aber auch etwas schüchtern. Kopfnicken kann ich bei den Zuschauern erkennen, Schreie in den ersten Reihen (nicht ungewöhnlich bei einem jungen Publikum wie diesem) aber das war es auch schon. PVRIS können leider nicht überzeugen.

Um 21:50 Uhr stehen endlich die Briten von BRING ME THE HORIZON auf der Bühne. Trotz dessen, dass der Abend mit dem ruhigeren Intro-Song „Doomed“ aus dem aktuellen Album „That´s The Spirit“ beginnt, rastet das Publikum von Anfang an aus. Die Band spart sich keinerlei Energie auf.
„S P I R I T, Spirit – lets hear it“ fordert Sänger Oliver Sykes die Fans auf und kann sich den Großteil seiner Textstellen sparen, denn das Publikum übernimmt verantwortungsvoll. Vielleicht nicht so schlecht, denn er ist nicht bekannt als der größte Sänger. Deshalb übernimmt Keyboarder Jordan Fish einige seiner Passagen. Kann nicht sein? Doch. Und es ist völlig egal, denn Jordan macht seinen Job sehr gut und jeder einzelne Zuschauer hängt an den Lippen und Instrumenten der Musiker. Nachdem die Band in den letzten Jahren eine große Musikalische Wandlung durchlaufen hat (von Death- und Metalcore bis hin zu gitarrenlastiger Musik mit Popeinflüssen), brauchen Fans der ersten Stunden live nicht mehr wirklich Songs der ersten Alben erwarten. Einzig und allein „Chelsea Smile“ schafft es noch zwischen die Mischung an Songs aus den Alben „Sempiternal“ (2013) und „That´s The Spirit“ (2015) geschafft. Während der Show werden viele (hauptsächlich) Mädels aus den ersten Reihen raus gezogen, weil sie vor Erschöpfung nicht mehr können. Apropos Erschöpfung: Sänger Oli fordert die Fans zum Crowdsurfing auf um ihnen ein High-Five zu geben. Passend dazu hat der stark tätowierte Musiker auch auf der Handinnenfläche „High Five „stehen. Die Securities finden das weniger lustig, denn diese Aktion fordert ihnen alles ab. So kann nicht jeder Crowdsurfer sicher aufgefangen werden. Mit „Are You ok, buddy“ vergewissert sich Oli, ob alles ok ist. Alle glücklich, alle froh. Mit „Anti-Vist“ schließen sie den Hauptteil der Setlist ab. Sänger Oli fordert das Publikum auf, den Mittelfinger hoch zu heben. Das klappt immer gut. „Middlefinger´s up, if you don´t give a fuck“. Einen Fick gibt das Publikum zum Glück nicht, denn sie wollen die Band unbedingt wieder sehen. Sofort. Und sie können sich freuen. Für „Blessed With A Curse“ und „Drown“ stürmen sie noch mal auf die Bühne und trotz einer kurzen Spielzeit von etwas mehr als einer Stunde, ist jeder Konzertbesucher am Ende durchgeschwitzt und überglücklich. BRING ME THE HORIZON werden zu Recht von Album zu Album mehr gehyped. An dieser Band sollte niemand vorbei gehen. Sie überzeugen musikalisch und live an allen Seiten. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Album und Konzert der Band aus Shefflied.

 

Bring me the Horizon
Fotos: Patrica Markert


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