Alexander Klaws: Vom Dschungel in die Philharmonie…

Veröffentlicht am 22 Apr ,2013 | von Stephie Rupprecht

Alexander Klaws: Vom Dschungel in die Philharmonie…

…wo er niemand geringeren als Weltstar Leona Lewis bei ihrem letzten Deutschland Konzert in München supportet!
Am Nachmittag nimmt sich Allroundtalent Alexander, der nicht nur den Tarzan in Disneys Musical TARZAN seit nunmehr 3 Jahren verkörpert, sondern eben auch als Sänger unterwegs ist, viel Zeit für Fragen und Co.

Stephie:
Herzlich Willkommen in München!

Alexander:
Dankschön!

Stephie:
Fangen wir mit der spannenden Frage an – Wie wird man Support von Leona Lewis?

Alexander (lachend):
Wir haben uns bei Tarzan kennengelernt, sie hat sich eine Show angeschaut. War mit dem Dennis da. Wir haben uns dann Backstage noch getroffen, bisschen gequatscht, Fotos gemacht, wie das halt so üblich ist. Das war dann so das erste Treffen.
Vor etwa zwei Wochen habe ich meine Single vorgestellt und da war Dennis auch wieder, weil er DSDS betreut. Dann ging das eigentlich alles relativ schnell, weil ich in den Formatcharts irgendwie überall auf eins ging. Auf iTunes, auf Amazon und dann kam die Anfrage, ich habe nicht lange gefackelt und mich natürlich gefreut.

Ich habe noch nie Support gespielt, sonst war ich immer der Hauptact. Ich würde es nicht machen, wenn es mit nichts bedeuten würde. Ich finde Leona als Künstlerin wirklich klasse. Deswegen habe ich auch direkt zugesagt. Es muss schon irgendwie passen und ich muss Bock drauf haben.

Stephie:
Hast Du die Show von Leona schon gesehen?

Alexander:
Zwei mal. Berlin und Hamburg.

Sie ist viel, viel sicherer geworden. Ich habe die erste Show in Berlin gesehen und Hamburg war jetzt die dritte Show. Das waren schon Welten. Ich bin ja selbst auch so, wenn man zum Ersten Mal mit einer Show auf die Bühne geht, ist man ziemlich nervös. Probiert hier und da noch etwas aus. Das Publikum ist auch immer anders.
Ja, sie wächst und das was sie da macht… wenn ich ehrlich bin, klar die ganzen Hits wie „Blending Love“ und so, die kennt man natürlich. Aber das letzte Album habe ich mir nicht angehört, ich kam einfach noch nicht dazu. Habe mich überraschen lassen und bin sehr positiv überrascht von der Show. Ich finde es echt richtig gut! Sie singt einzigartig! Es gibt, glaube ich, keine auf der Welt, die das gerade toppen kann. Es sei denn irgendwie Adele oder so. Sie ist schon echt eine große Sängerin!

Stephie:
Schaut man sich etwas ab?

Alexander:
Kann ich eigentlich nicht wirklich! Wenn es jetzt ein Mann wäre…Ich bin einfach jemand, der sich nichts abschaut. Ich bin wirklich einer, Gott sei Dank, ich habe es gelernt…es ist nicht immer einfach sich zurück zu lehnen, aber ich versuche mich dann schon zurückzulehnen. Gerade bei ihr. Wenn mich etwas fängt oder berührt, dann bin ich so gefangen drinnen, dass ich mir nichts abkucke sondern einfach nur versuche die Show zu genießen.
Sie macht ja auch eine andere Musik als ich und man hört, dass sie einfach ihr eigenes Ding macht. Da kann man dann auch nicht wirklich etwas abschauen. Ich kopiere ja auch Niemanden. Es ist wirklich toll, dass sie ihr Ding macht und ich mache mein Ding!

Stephie:
München ist ja nun auch schon wieder die letzte Show.
Bist Du traurig, dass es schon wieder vorüber ist?

Alexander:
Das geht ja immer ratz fatz!
Das geht immer sehr, sehr schnell bei solchen Sachen. Ich bin ja auch nur 25 Minuten auf der Bühne. Also so langsam habe ich alle Namen drauf und jetzt ist es wieder vorbei, allzu lange war es ja leider nicht. Aber der Dschungel ruft, wie man so schön sagt.
Mitte Mai fange ich jetzt an für eine neue Rolle zu üben, „Der Schuh des Manitu“ in Tecklenburg. Jetzt gerade schreibe ich „nebenbei“  viele, viele Songs fürs Album und selektiere schon mal ein bisschen. „Himmel und Hölle“ kennt ja jetzt schon jeder, darauf baut das jetzt auf.
Ich muss einfach selbst gerade meine Gedanken ordnen, wenn ich ein Interview habe und ich gefragt werde, was ich gerade mache, da muss ich echt überlegen – „was mache ich eigentlich gerade?“
Ich bin gerade auf relativ vielen Baustellen unterwegs. Ich freue mich auf alles was kommt.
Heute Abend genieße ich es einfach nochmal, wir gehen nachher noch etwas trinken und ich hoffe nicht, dass es das dann war. Vielleicht ergibt sich daraus ja wieder etwas, bisschen mehr als nur Support. Mal gucken, keine Ahnung.
Ich finde sie einfach toll als Sängerin und bewundere ihr künstlerisches Dasein.
Wir haben ja auch den selben Ursprung, sie hat, glaube ich X Factor, gewonnen.
Es ist immer schön Leute zu sehen, die aus diesen Formaten entstehen, etwas können und auch durchhalten!

Stephie:
Letzte Show – gibt es ein Schmankerl für die Münchner?

Alexander:
Das ist leider so ein bisschen das Leid des Supportacts.
Man hat wirklich nur begrenzt Zeit. Ich hoffe, dass mein Programm einfach so gefällt, aber für etwas Persönliches war nicht die Zeit! Das klingt jetzt wie eine blöde Ausrede, aber ich freue mich einfach wahnsinnig wieder hier zu sein.
Das letzte Mal als ich hier war, ist ja auch schon wieder ein Jahr her. Mit der „Best of Musical Gala“, das war auch nicht wirklich mein Zeug. Da war ich ein Solist von Acht.
Es ist viel zu selten, dass ich mal hier bin und das muss ich dringend ändern!

Stephie:
Zeit um wirklich München zu erleben, ist wahrscheinlich eher weniger, oder?

Alexander:
Ja. Heute sind wir zwar sehr zeitig angekommen. Das Hotel ist direkt in der Nähe. Aber ich habe nicht wirklich Zeit. Ich würde gerne mal in die Allianz Arena und mir ein Spiel angucken. Ich komme aber einfach nicht dazu. Aber das hole ich alles nach…
Die Münchner Innenstadt habe ich ja immerhin schon mal gesehen!
Ich war schon oft in München, aber ich war schon länger nicht mehr zwei, drei Tage am Stück. Und das würde ich ganz gerne mal wieder machen.

Stephie:
Allianz Arena – für wen schlägt dann das Herz?

Alexander:
Wenn dann Bayern!!!
…die spielen auch einen übergalaktischen Fußball gerade, dass muss man neidlos anerkennen!

Stephie:
Eigentlich wollte ich heute nicht mit Dir über Castingshows sprechen, aber irgendwie ist das doch Teil Deines Lebens bzw. des Abends.
Du selbst bist Teilnehmer einer dieser TV-Formate gewesen, Leona Lewis gewann X-Factor. Deine Single hast Du bei DSDS vorgestellt, Leona ihre Single bei The Voice of Germany.
Castingshows sind bis heute ein umstrittenes Thema, wie denkst du 10 Jahre danach darüber?

Alexander:
Für mich ist das immer etwas schwierig. Ich stehe komplett zu allem was ich gemacht habe.
Ich bin einfach ein Typ, ich denke nicht viel nach, ich mach erst mal. Kommt natürlich immer drauf an, wobei …aber Künstler neigen oft dazu, sich viel zu viele Gedanken zu machen. Dann zerredet man vieles, bevor man es einfach macht.
Ich würde es mir heute einfach überlegen, ich rede jetzt nur über DSDS und nicht über die ganzen anderen Castingshows, und da weiß man heute natürlich wirklich was einen erwartet.
Dass das Interesse gerade etwas abbaut. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, je nach dem natürlich  welche Kandidaten, wenn die viele Leute vor die Matscheibe ziehen und so besonders sind und so besondere Stimmen haben, dann ist das eine Sache. Aber wenn jetzt einfach die Übersättigung da ist, wie es gerade einfach der Fall ist, dann brauchen die Leute auch mal wieder etwas Frisches, Neues, Anderes, was auch immer.
Ich habe heute auch wieder ein Interview gelesen, das ärgert mich dann immer ein bisschen, weil da war eine Frage – Es wird ja immer so kritisch gesehen, was natürlich auch vollkommen ok ist, aber es hieß da irgendwie „Es gibt ja nicht einen Einzigen, der da wirklich erfolgreich rausgegangen ist oder es wurde nie ein richtiger Superstar gefunden.“
Völlig falsch, es gibt viele Gewinner, die sind natürlich keine Superstars. Ich habe schon so ein Problem mit diesem „Superstar“. In anderen Ländern heißt das Pop-Idol oder was auch immer.
Es wird dann immer so dargestellt, als wär’s das jetzt. Ich meine den Namen „Superstar“ muss man sich verdienen. Da muss man Jahrzehnte für arbeiten.
Es sind sehr wohl Leute noch da – Ich zum Beispiel! Die einfach alles geben und das leben. Einfach darauf aufbauen, zum Beispiel heute mit dem Support oder den Rollen und was ich nicht alles mache.
So kann ich aus meiner Sicht nur sehr positiv darüber sprechen, weil ich mich nicht auf meinen Lorbeeren ausgeruht habe.
Klar, es gibt immer Phasen und das ist bei mir auch so, dass es nicht immer so läuft. Dann probiert man etwas aus, was dann auch nicht funktioniert. Aber das ist völlig normal, das hat Tom Jones erlebt, das hat Phil Collins erlebt…mit dem ich auch schon häufiger darüber gesprochen habe.
Wenn man groß werden will, dann muss man durch das alles durch. Das macht dann denjenigen aus, einfach weiter zu machen. Das klingt immer so plump, aber das ist einfach so.
Es ist einfach wichtig, dass man nie vergisst wo man herkommt! Ob das jetzt die Familie ist oder auch der Ursprung.
Mein Ursprung war DSDS. Wenn ich an meine Zeit zurück denke, dass war der Wahnsinn. Wenn ich heute die Staffel sehe, es ist einfach etwas anderes. Man kann es wirklich nicht vergleichen.
Der Ablauf ist ein andere. Olivia Jones ist dabei. Die Jury, fand ich meine damals auch besser, wenn ich es mal so sagen darf. Ohne das ich jetzt irgendjemanden etwas böses will oder schlecht reden möchte, aber es hat sich einfach verändert.
Aber mal schauen, wie man das ganze Ding wieder nach vorne pushen kann.

Stephie:
Als ich im Internet recherchiert habe, ist mir durch Zufall aufgefallen, dass Du während Deiner DSDS-Zeit zwei Mal Robbie Williams performt hast. Der Gute kommt ja im Sommer auch auf Tour…

Alexander:
Ja, ja, ja…ich war damals, naja was heißt damals, ich war damals noch größerer Fan als heute. Ich habe ihn bewundert. Weil das auch so ein Typ ist, der kam aus einer Boygroup und jeder hat gesagt, „Was will der denn? Tschüss und der Nächste bitte…“ und nach 10 Jahren hat er gesagt, ich habe gekämpft und bin jetzt da oben!
Solche Leute beeindrucken mich einfach, damit kann ich mich total identifizieren. Damals war ich eben mehr Fan als heute. Ich fand die „alten“ Hits wie „Let me Entertain You“ – das war voll mein Ding. Aber wenn er jetzt auf Tour kommt, wenn es sich irgendwie einrichten lässt, klar dann bin ich da am Start!

Stephie:
Seit DSDS ist einiges passiert. Du bist nicht nur Musiker, auch ziemlich erfolgreicher Musicaldarsteller, Schauspieler…sagen wir Du bist Künstler.
Worin liegen für Dich die Vor- und Nachteile?

Alexander:
Vorteil, ich liebe diese Vielseitigkeit.
Gerade weil wir eben über DSDS gesprochen haben, es gab damals verschiedenen Mottos und der Weg, den Superstar zu finden, war einfach über diese Vielseitigkeit.
Ob man 80er singt, ob man Musicals singt, oder dies macht. Also diese ganzen Mottos zu gestalten, zu kreieren. Deswegen mag ich diese Vielseitigkeit, das ist, finde ich ein Vorteil. Man kann die Fans neu überraschen, man kann sich selbst eine Challange setzen.
Ich kann jetzt sagen, ich mach mein sechstes Album und wenn ich mit der Tour durch bin, spiele ich vielleicht eine Rolle. Wenn ich beides will, spiele ich Musical. Weil da habe ich Musik und Schauspielerei. Das sind Sachen, die erfüllen mit total als Künstler…

Aber der große Nachteil bei dieser Sache ist, dass die Leute irgendwann denken, das kann sie eben auch verwirren.
Jetzt mit der Single. Es freuen sich alle, es kommt endlich mal wieder etwas Musikalisches. Aber ich werde oft gefragt „Kommste jetzt endlich mal wieder auf Tour“ oder „Spielste irgendwo eine Rolle“?
Und ich glaube, dass ist dann eher so ein Nachteil.
Ich bin jetzt seit drei Jahren Tarzan und seit drei Jahren war ich jetzt nicht wirklich mit meinen eigenen Songs auf Tour. Das ist glaube ich der große Nachteil, wo ich selber auch manchmal denke, jetzt wäre es mal gut einfach ein Jahr, sich nur auf die Musik zu konzentrieren. Also nur auf die Musik zu konzentrieren, um irgendwie auch wieder da anzuknöpfen, wo ich vielleicht mal war.
Die Erfolge verschwinden natürlich irgendwann in der Vergangenheit, wenn man dann immer so viel auf einmal macht. Wenn ich jetzt Musical mache und nebenbei mein Album aufnehme, dann kann man sich natürlich nicht immer 100prozentig auf das eine konzentrieren. Ich würde zum Beispiel viel mehr selber schreiben, was ich selber bisschen bereue, weil mir fehlt dann die Zeit, wenn ich abends noch als Tarzan auf der Bühne stehe.
Also nicht falsch verstehen, dass erfüllt mich total. Aber jetzt vor kurzen habe ich auch gesagt, ich bin froh, wenn Tarzan, so geil die Zeit auch war, vorbei ist.
Dann kann ich mich auch endlich wieder auf meine Musik konzentrieren.
Klar, jetzt kommt „Schuh des Manitu“, aber das ist eine Sommerproduktion, das sind drei Shows die Woche und auch „nur“ drei Monate.
Ich habe das jetzt auch gemacht, weil ein Kumpel von mir Regisseur ist und Bully – Das ist natürlich eine große Sache. Aber danach 100 Prozent nur Musik! Und das nehme ich dann auch wirklich sehr, sehr ernst.

Stephie:
Das heißt wir dürfen Dich dann auf Deiner eigenen Tour erleben?

Alexander:
Ja, ich hoffe es sehr. Und wenn es soweit ist, komme ich natürlich auch nach München.
Am Ende des Jahres mache ich so eine kleine Tour – „Hollywood Nights“. Wo ich aber mit mehreren Gästen unterwegs bin. Das wird bisschen Musical und mein Eigenes. So ein kleiner Spagat wieder von mir.
Es wird sehr, sehr besonders. Aber im nächsten Jahr 100prozentig, versprochen, gehe ich mit meinem eigenen Zeug auf Tour! Das will ich dann auf jeden Fall wieder realisieren.

Stephie:
Das heißt dann auch mit neuem Album…

Alexander:
Definitiv. Ich weiß nicht, ob Ende dieses Jahres oder doch Anfang nächstes Jahr. Ich glaube wir reden besser von Anfang nächsten Jahres. Aber das wird definitiv kommen.
„Himmel und Hölle“ kennen ja jetzt schon Alle, aber das wird ein Teil vom Album sein. In diese Richtung geht das Album dann auch. Wieder deutsch. Da freue ich mich einfach sehr drauf.

Stephie:
Zum Schluss die Frage, durch die jeder Interviewpartner bei uns durch muss:
Was ist Deine Lieblingsschokolade?

Alexander:
Oh…ich habe immer so Phasen, dass kommt und geht immer …oh, wie heißt die denn jetzt…also wenn ich Schokolade esse, dann esse ich wirklich an einem Abend so eine ganze Tafel weg. Das ist dann nicht nur ein Stückchen. Wenn dann haue ich da voll rein und gucke noch einen schönen Film dabei…aber… Du brauchst einen Namen jetzt…oh, ich weiß nicht wie die Schokolade heißt…ich muss das googlen…ich sag Dir das gleich…………………Lindt Lindor (rot)!

 

 

Wir sagen vielen Dank für ein interessantes und sehr, sehr schönes & lockeres Gespräch mit Alexander. Sind gespannt was am Abend vor ausverkauftem Haus in der Philharmonie München passieren wird. Und es passiertes Einiges:
Pünktlich um 20Uhr betritt erst seine Band und schließlich auch Alexander die Bühne. Edel gekleidet, wie es sich für einen Auftritt in der Münchner Philharmonie gehört, begeistert Alexander direkt mit seinem Titel  „Welt“.
Sein Outfit passt aber nicht nur zu der Location, auch zu dem was Alexander in den leider viel zu kurzen 25 Minuten rüberbringt. Edle, deutsche Musik – der Musicaldarsteller kommt teilweise doch durch, was aber überhaupt kein Nachteil ist. Viel mehr beeindruckt es mich und ich bin überzeugt davon, auch das gesamte Publikum, wie stark seine Stimme und Performance ist! Das nach jedem Song viel Applaus Richtung Bühne geht, ist folglich nicht verwunderlich.

Toller Nachmittag, bemerkenswerter Abend.
„den Namen „Superstar“ muss man sich verdienen. Da muss man Jahrzehnte für arbeiten.“ – Alexander macht genau das und ich freue mich auf sein persönliches Projekt, ein Album, eine Tour und vielleicht klappt es ja mit dem Besuch in der Allianz Arena.
Hut ab, für eine mehr als gelungene Supportshow!

 

Interview und Bericht über Leona Lewis

 

Setlist des Abends:
Welt
Der Sonne entgegen
Rette mich
Das ist Leben
Himmel und Hölle
Was willst Du noch

 

 

Alexander Klaws
Fotos: Stephie Rupprecht


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