Heinrich von Handzahm: Was treibt dich an

Veröffentlicht am 06 Sep ,2013 | von Offizielle Pressemitteilung

Heinrich von Handzahm: Was treibt dich an

Release: 06.September 2013
Label: Bring Me Home (rough trade)

In seinem neuen Album surft der Hamburger Songpoet Heinrich von Handzahm in Jack Johnson Manier über die Wortwellen, in seinem Sturm aus Milliarden von Worten. Er nimmt den Hörer mit auf die Milchschaumplantagen Berlins, erklärt den Großstadt-Nomadinnen, warum Affairen kein Happy End haben, Mr Right nicht auf Ü-40-Parties abhängt und dass in jedem guten Ehemann ein kleiner Kachelmann steckt. Gemeinsam mit dem Produzenten Franz Plasa (Echt, Selig, Udo Lindenberg), Frank Ramond (Hannover Song) und vielen bekannten Musikern entstand ein neues musikalisches Juwel. Mit elf unvergesslichen Melodien und Texten.

 

Fazit Chocolate Music (© Julia Jauch):
Heinrich von Handzahm – Heinrich wer? Der auf der Homepage zum Download bereitgestellte Stammbaum zeigt Andy Warhol und Wolfgang Amadeus Mozart. Angeblich. Aha.

Aber wo kommt er denn her? Eigentlich war er plötzlich einfach da, dieser Heinrich von Handzahm und so heißt auch sein Debütalbum „Mit einmal war es da“. Jetzt allerdings kommt sein mittlerweile 4. Album „Was treibt dich an“ heraus. Für viele „surft der Songpoet wie Jack Johnson über die Wortwellen“.

Er selbst beschreibt seine Musik, ein kleiner Seitenhieb auf das Schubladen- bzw. Kategoriedenken der Deutschen, als eine Mischung aus „Karibikzigeunerpop und deutschem Chanson“. Ich bin gespannt.

Los geht es mit „Indianer“. Gefällt mir textlich und musikalisch gut. Erinnert mich stellenweise ein bisschen an Wir sind Helden. Aber nur ein kleines bisschen. Im dazu veröffentlichten Video zieht er sich erst Sakko und Krawatte aus um dann einen nicht wirklich hübschen blauen Pulli überzuziehen. Er läuft und läuft, feiert mit einem Junggesellinenabschied. Hm… Das Lied gefällt trotzdem.

„Doppelleben“ gefällt mir musikalisch vor allem richtig gut. Da finde ich kommt seine oben beschriebene Stilrichtung hervorragend zur Geltung. Ich musste teilweise richtig schmunzeln. Voll aus dem Leben gegriffen. Morgens der nette Familienvater und abends das „gemeine Schwein im Sportverein“. Herrlich.

Das „Ich-Syndrom“ lässt mich weiter mitwippen. Das „ICH-Syndrom ist eine ausgeprägte Egoismusmutation“. Ich habe Spaß.

Anschließend kommt mein Highlight und der titelgebende Track „Was treibt dich an“. Songpoet trifft auf Heinrich von Handzahm definitiv zu.

Bei „Du bist zu laut“ wird’s etwas ruhiger. Ich bin echt immer noch sehr überrascht. An eine Liebeserklärung a la „Bochum“ von Herbert Grönemeyer musste ich bei „Hannover“ denken. Allerdings ist es ein wahrer Blick auf Hannover. Dort scheinen nur „Durchschnittsdeutsche“ zu wohnen. Nichts Außergewöhnliches also.

Über das weitere Highlight „Retro“ gelangt man zu „Mr Right“ und der erste Gedanke, der mir kommt ist „Mr Right“ gibt es nicht. Die Ansprüche einer Frau sind lange Zeit nicht vereinbar mit den Männern. Sie warten nur auf den „Mr Right“. „Was man will scheint meist vergeben“. Ja leider.

Die Wahrheit ist „Affairen haben kein Happy-End“. Gefällt mir nicht so gut. Leider das folgende „Burn-Out“ auch nicht. Zum Abschluss folgen wir auf „Milchschaumplantagen“. Das ist besser als die Songs vorher aber nimmt mich nicht mehr so mit wie der Anfang der Scheibe. Schade.

Insgesamt ein gutes Album eines Künstlers, der irgendwie fast unbemerkt sein mittlerweile 4. Album veröffentlicht. Ein großartiger Umgang mit der deutschen Sprache und wirklich gute Songs.


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